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Haushaltsentwurf 2026: Gemeinde Herscheid steht vor großen finanziellen Herausforderungen

Bürgermeister Uwe Schmalenbach hat in der Ratssitzung am 15. Dezember 2025 den Haushaltsentwurf der Gemeinde Herscheid für das Jahr 2026 eingebracht. Der Haushalt macht die aktuell äußerst angespannte finanzielle Lage der Gemeinde deutlich und markiert ein entscheidendes Jahr für die zukünftige Handlungsfähigkeit Herscheids.

Der Ergebnisplan für 2026 weist ein Defizit von rund 3,5 Millionen Euro aus. Die Ausgleichsrücklage wird vollständig aufgebraucht, und auch die allgemeine Rücklage schmilzt weiter ab. Sollte sich an den Rahmenbedingungen nichts ändern, droht der Gemeinde ab 2027 ein Nothaushalt. Damit würde die finanzielle Gestaltungsfreiheit erheblich eingeschränkt.

Hauptursache der schwierigen Situation sind nicht sinkende Einnahmen, sondern massiv steigende Ausgaben, insbesondere bei den Umlagen. Die Kreisumlage des Märkischen Kreises steigt 2026 auf einen historischen Höchstwert von 8,62 Millionen Euro. Insgesamt fließen rund 78 Prozent der Steuereinnahmen der Gemeinde in Umlagen und Transferleistungen ab. Bürgermeister Schmalenbach forderte daher eindringlich eine sparsamere Haushaltsführung des Kreises sowie ein freiwilliges Haushaltssicherungskonzept auf Kreisebene.

Trotz der angespannten Lage bleibt die Einnahmeseite der Gemeinde stabil. Die Steuereinnahmen bewegen sich mit rund 11,7 Millionen Euro auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren. Die Steuersätze für Grund- und Gewerbesteuer sollen 2026 nicht erhöht werden. Unsicherheiten bestehen jedoch weiterhin im Zusammenhang mit der Reform der Grundsteuer.

Der Haushalt 2026 sieht Investitionen in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro vor. Schwerpunkte sind dabei Pflichtaufgaben und Zukunftsprojekte. Dazu zählen insbesondere der Beginn der Ertüchtigung und Erweiterung des Feuerwehrhauses, Investitionen in Bildung und Betreuung, unter anderem durch einen Kita-Neubau in Hüinghausen, sowie Maßnahmen zur Ortsentwicklung, Infrastruktur, Hochwasserschutz und Naherholung.

Zugleich steigt die Verschuldung der Gemeinde weiter an. Neben bestehenden langfristigen Krediten und Liquiditätskrediten werden für kommende Investitionen zusätzliche Darlehen erforderlich. Die Belastungsgrenze sei damit nahezu erreicht, so der Bürgermeister.

Als Lichtblicke nannte Schmalenbach den neuen Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur, aus dem Herscheid voraussichtlich rund 3,8 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten soll, sowie das Altschuldenentlastungsgesetz des Landes NRW, das zu einer spürbaren Entlastung bei den Liquiditätskrediten führen kann.

Abschließend machte der Bürgermeister deutlich, dass der Haushaltsentwurf von der Notwendigkeit strikter Konsolidierung ebenso geprägt ist wie vom Willen, die Zukunft der Gemeinde aktiv zu gestalten. Die kommenden Haushaltsberatungen werden daher von klarer Prioritätensetzung, Sparanstrengungen auf allen Ebenen und der Nutzung von Förderchancen geprägt sein.

 

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