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Eine besondere Würdigung für ein außergewöhnliches ehrenamtliches Lebenswerk

Wolfgang Vöpel ist am Donnerstag, 13. August 2026, mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Landrat Ralf Schwarzkopf überreichte die hohe Auszeichnung im Bürgersaal des Rathauses im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Gewürdigt wurde damit das jahrzehntelange Engagement Vöpels für die Gemeinde Herscheid, insbesondere für seinen Heimatort Hüinghausen, sowie sein Einsatz in Kommunalpolitik, Vereinswesen, Dorfleben, Nahversorgung und Seniorenarbeit.

Zu den Gratulanten gehörten neben Landrat Ralf Schwarzkopf und Bürgermeister Uwe Schmalenbach auch die Familie, langjährige Weggefährten sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Vereinen und dem gesellschaftlichen Leben der Gemeinde.

Landrat Ralf Schwarzkopf machte in seiner Rede deutlich, dass der Verdienstorden eine besondere Anerkennung für Menschen sei, die sich über viele Jahre hinweg weit über das erwartbare Maß hinaus für das Gemeinwohl einsetzen. Wolfgang Vöpel habe genau dies in herausragender Weise getan. „Sie verkörpern seit über 40 Jahren alles das, was unsere Gesellschaft braucht: einen Menschen und Aktivisten im besten Sinne mit Herz, Tatkraft und Verstand“, würdigte Schwarzkopf den Geehrten.

Dabei zeichnete der Landrat die zahlreichen Stationen des ehrenamtlichen Wirkens von Wolfgang Vöpel nach. Seit 1972 ist Vöpel Mitglied der SPD, seit 1989 gehört er dem Rat der Gemeinde Herscheid an. In unterschiedlichen Funktionen war er in zahlreichen Ausschüssen und Beiräten tätig. Von 1994 bis 1999 war Vöpel ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Herscheid. Es folgten Tätigkeiten als zweiter stellvertretender Bürgermeister von 1999 bis 2014 und erneut von 2020 bis 2025 sowie als erster stellvertretender Bürgermeister von 2014 bis 2020.

Besonders hob Schwarzkopf Vöpels Art hervor, kommunalpolitische Aufgaben wahrzunehmen. Er habe sich stets um sachorientierte und mehrheitsfähige Lösungen bemüht, unterschiedliche politische Positionen zusammengebracht und sich dabei selbst nie in den Mittelpunkt gestellt. „Ihnen ging es immer um die gute Sache und niemals um Ihre eigene Person“, betonte der Landrat.

Auch im Vereins- und Dorfleben ist Wolfgang Vöpel seit Jahrzehnten eine prägende Persönlichkeit. Seit 1985 steht er dem Turnverein Herscheid-Hüinghausen 1897 e.V. als Vorsitzender vor. In dieser Funktion hat er zahlreiche Projekte begleitet und vorangetrieben. Besondere Verdienste erwarb er sich unter anderem bei der Umsetzung der Maßnahmen zur energetischen Sanierung des Turnerheims im Rahmen des Landesförderprogramms „Moderne Sportstätten 2020“. Gemeinsam mit Mitstreitern wurden dabei mehrere hundert Stunden Eigenleistung erbracht.

Bereits 1984 gehörte Vöpel zu den Gründungsmitgliedern des Trägervereins der Mehrzweckhalle Hüinghausen, der heutigen Rammberghalle. Seitdem ist er dort im Vorstand engagiert. Auch beim großen Umbau der Halle in den 1980er-Jahren packte er selbst mit an und trug durch seine Kontakte zu Gemeinde, Wirtschaft und Banken dazu bei, Vorhaben auf den Weg zu bringen.

Ein weiteres Beispiel für seinen Einsatz für den Ortsteil Hüinghausen ist der Dorfladen Hüinghausen. Die 2012 gegründete Genossenschaft sichert bis heute die Nahversorgung im Ortsteil. Seit 2015 ist Wolfgang Vöpel Vorsitzender des Aufsichtsrates und setzt sich dort insbesondere für die Belange der örtlichen Bevölkerung ein.

Auch dem Förderkreis des Seniorenzentrums Herscheid ist Vöpel seit dessen Gründung im Jahr 1992 verbunden. Als Mitglied des erweiterten Vorstandes unterstützt er die Arbeit des Vereins bis heute und bringt dabei insbesondere seine umfangreichen verwaltungstechnischen Kenntnisse ein.

Für sein Engagement wurde Wolfgang Vöpel bereits mehrfach von der Gemeinde Herscheid ausgezeichnet. Im Jahr 2000 erhielt er die silberne Ehrenplakette, 2004 folgte die goldene Ehrenplakette.

Bürgermeister Schmalenbach: „Diese Ehrung wird für ein Lebenswerk verliehen“

Auch Bürgermeister Uwe Schmalenbach würdigte Wolfgang Vöpel im Rahmen der Feierstunde. Er betonte, dass die Auszeichnung nicht für ein einzelnes Projekt oder eine einzelne Funktion verliehen werde, sondern für die Summe eines jahrzehntelangen Wirkens.

„Diese Ehrung wird nicht für ein Projekt, sondern für ein Lebenswerk verliehen“, stellte Schmalenbach heraus. Wolfgang Vöpel habe Herscheid und insbesondere Hüinghausen über Jahrzehnte geprägt und an zahlreichen Stellen Verantwortung übernommen. Dabei habe er sich nie selbst in den Vordergrund gedrängt. Vielmehr sei er jemand, auf den man sich verlassen könne.

„Auf dich ist Verlass“, brachte der Bürgermeister die besondere Wertschätzung für den langjährigen Weggefährten auf den Punkt. Vöpel habe über Jahrzehnte hinweg dort Verantwortung übernommen, wo etwas bewegt werden sollte – in der Kommunalpolitik ebenso wie im Sportverein, im Dorfleben oder bei sozialen Einrichtungen. Gerade diese Verlässlichkeit und seine Bereitschaft, Aufgaben anzupacken, zeichneten ihn aus.

Schmalenbach würdigte zudem die verbindende Rolle Vöpels. Trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen sei es ihm stets wichtig gewesen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und das Wohl der Gemeinde in den Mittelpunkt zu stellen. Damit stehe Wolfgang Vöpel beispielhaft für ein demokratisches Miteinander, das von gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Blick auf die Sache geprägt sei.

„Alleine schafft man das alles nicht“

Wolfgang Vöpel selbst nahm die Auszeichnung mit großer Bescheidenheit entgegen. Er machte deutlich, dass er das Verdienstkreuz nicht als Ehrung für seine Person allein verstehe. Vielmehr sei es auch eine Anerkennung für all jene Menschen, die ihn auf seinem jahrzehntelangen Weg begleitet und gemeinsam mit ihm Projekte verwirklicht haben.

„Alleine schafft man das alles nicht“, betonte Vöpel. Viele Weggefährten hätten ihn über Jahrzehnte unterstützt und gemeinsam mit ihm Verantwortung übernommen. Besonders dankte er seiner Ehefrau Ulrike, die ihm über viele Jahre den Rücken freigehalten und zahlreiche Aufgaben übernommen habe, wenn er für Politik, Vereine oder andere ehrenamtliche Tätigkeiten unterwegs war. Auch seine Tochter habe manches Mal auf gemeinsame Zeit verzichten müssen. Deshalb gehöre die Auszeichnung auch seiner Familie.

Für Vöpel steht bis heute die Freude am gemeinsamen Anpacken im Mittelpunkt. Es mache ihm Spaß, für die Gemeinschaft tätig zu sein und am Ende eines Projektes feststellen zu können: „Das haben wir gemeinschaftlich hingekriegt.“

Ans Aufhören denkt der 71-Jährige offenbar noch nicht. Auch künftig möchte er sich dort einbringen, wo sein Einsatz gebraucht wird. So sieht er beispielsweise weiterhin Handlungsbedarf am Sportplatz in Hüinghausen.

Einsatz für Demokratie und Zusammenhalt

In seiner Dankesrede ging Wolfgang Vöpel auch auf die Bedeutung der Kommunalpolitik für die Demokratie ein. Er betonte, wie wichtig es sei, dass die politischen Kräfte vor Ort trotz unterschiedlicher Positionen miteinander im Gespräch blieben und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchten.

Gerade die Kommunen seien die Basis der Demokratie. Eine sachorientierte Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg könne dazu beitragen, Vertrauen in demokratische Strukturen zu stärken. Gleichzeitig warnte Vöpel vor Ausgrenzung, Nationalismus und dem Versuch, Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Zugehörigkeit gegeneinanderzustellen. Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlicher Zusammenhalt müssten aktiv verteidigt werden.

Auch die Vereine spielen für Vöpel dabei eine wichtige Rolle. Sie seien ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und bräuchten entsprechende Unterstützung. Kommunen, Vereine und ehrenamtlich engagierte Menschen könnten gemeinsam viel bewegen – vorausgesetzt, sie arbeiteten miteinander und nicht gegeneinander.

Die Gemeinde Herscheid gratuliert Wolfgang Vöpel herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung und dankt ihm für sein jahrzehntelanges Engagement. Zugleich gilt der Dank auch seiner Familie und all den zahlreichen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, die gemeinsam mit ihm dazu beigetragen haben, dass aus Ideen konkrete Projekte und aus ehrenamtlichem Einsatz ein Stück gelebte Gemeinschaft geworden sind.

 

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