Themen aus dem Planungs- und Bauausschuss: Ortsbesichtigung und Bebauungsplanänderungen
Ortsbesichtigung des Planungs- und Bauausschusses in Herscheid: Deutliche Fortschritte beim Rückbau eines verfallenen Geländes
Im Rahmen einer Ortsbesichtigung hat sich der Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde Herscheid ein aktuelles Bild vom Gelände der ehemaligen Entlackungsfirma KüMeSta gemacht, das in den vergangenen Jahren zunehmend verfallen war.
Die Gebäude waren bereits seit vielen Jahren nicht mehr nutzbar. Zudem entwickelte sich das Gelände zu einem Schwerpunkt für illegale Müllablagerungen. Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde Maßnahmen zum Rückbau eingeleitet.
In einem ersten Schritt wurden besonders exponierte und von der Straße aus gut sichtbare Gebäudeteile abgebrochen. Die Arbeiten umfassten unter anderem den Rückbau bis auf die Bodenplatten sowie notwendige statische Sicherungsmaßnahmen an verbleibenden Strukturen. Da ein vollständiger Erhalt oder eine umfassende Sanierung mit Kosten von deutlich über einer Million Euro verbunden gewesen wäre, verfolgt die Gemeinde bewusst einen schrittweisen Rückbau.
Ein Bauzaun sowie verschlossene Fenster- und Türöffnungen sollen künftig unbefugtes Betreten und weitere Müllablagerungen verhindern. Auch bereits vorhandener Unrat wurde durch den Bauhof vollständig entfernt.
Die Ortsbesichtigung zeigte deutlich, dass sich das Erscheinungsbild des Areals bereits erheblich verbessert hat. Gleichzeitig wurde betont, dass die verbliebenen Hallen weiterhin nicht für eine reguläre Nutzung geeignet sind und perspektivisch ebenfalls zurückgebaut werden sollen.
Für die kommenden Jahre plant die Gemeinde, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und – abhängig von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln – weitere Abrissabschnitte umzusetzen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen derzeit teilweise überbauten Bach wieder offenzulegen. Entsprechende Fördermaßnahmen könnten unter anderem.
Langfristig verfolgt die Gemeinde das Ziel, die Fläche vollständig zu entwickeln und einer neuen Nutzung zuzuführen.
Mit den bisherigen Maßnahmen ist ein wichtiger erster Schritt gelungen, um sowohl das Ortsbild als auch die Umweltbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Überdachung der Auslieferungszone am Rewe-Markt
Der Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde Herscheid hatte sich in seiner anschließenden Sitzung im Bügersaal mit der geplanten Änderung des Bebauungsplanes „Dorfwiesen“ beschäftigt. Dabei ging es vor allem darum, eine kleine Erweiterung der bebaubaren Fläche zu ermöglichen, damit zwischen dem Rewe- Supermarkt und dem Rewe-Getränkemarkt eine gemeinsame, überdachte Anlieferungszone entstehen kann.
Nach Beratung des Vorhabens hat der Ausschuss dem Vorschlag einstimmig zugestimmt.
Als nächster Schritt soll der Planentwurf öffentlich ausgelegt werden. Bürgerinnen und Bürger sowie Behörden erhalten dann die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben.
Die endgültige Entscheidung über die Änderung des Bebauungsplans trifft der Gemeinderat.
Ausschuss stimmt Änderung des Bebauungsplans „Müggenbrucher Weg“ zu
Die Ausschussmitglieder haben sich ebenfalls mit der 6. Änderung des Bebauungsplans Nr. 3 „Müggenbrucher Weg“ befasst und den überarbeiteten Entwurf einstimmig weiterempfohlen.
Ziel der Planung ist es, die Voraussetzungen für moderne, klimafreundliche und generationenübergreifende Wohnbebauung zu schaffen. Gleichzeitig soll ein bereits ansässiger, nicht störender Handwerksbetrieb (Elektro Rieger) die Möglichkeit erhalten, sich am Standort zu erweitern.
Ein zentrales Element der Änderung ist die Anpassung der bisherigen Festsetzung: Aus einem reinen Wohngebiet wird ein allgemeines Wohngebiet. Dadurch wird die Kombination von Wohnen und kleinteiligem Gewerbe künftig besser ermöglicht. Die geplante Bebauung orientiert sich an der vorhandenen Umgebung und wird über die bestehenden Straßen erschlossen. Vorgesehen sind Gebäude mit sogenannten Pultdächern, die sich besonders gut für Dachbegrünungen eignen.
Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden wurden insbesondere Fragen zum Umgang mit Starkregen und Niederschlagswasser angesprochen. Daraufhin wurde ein Entwässerungskonzept erarbeitet. Dieses sieht unter anderem Rückhaltebehälter für einzelne Bauflächen vor, sodass zusätzlich anfallendes Regenwasser gedrosselt abgeführt wird. Die zusätzliche Belastung für das Gewässer „Holzmecker Siepen“ bleibt dadurch sehr gering und gilt als unbedenklich.
Darüber hinaus sind neue Grün- und Ausgleichsflächen vorgesehen, um den Eingriff in Natur und Landschaft auszugleichen.
Als nächster Schritt soll der Planentwurf erneut öffentlich ausgelegt werden. Bürgerinnen und Bürger sowie Behörden erhalten dann noch einmal die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben.