Haushaltsplan und die Haushaltssatzung für das Jahr 2026 einstimmig beschlossen
Der Rat der Gemeinde Herscheid hat in seiner Sitzung am Montag den Haushaltsplan und die Haushaltssatzung für das Jahr 2026 einstimmig beschlossen. Das Zahlenwerk macht deutlich, vor welchen erheblichen finanziellen Herausforderungen die Kommune steht.
Der Ergebnisplan weist bei Erträgen von rund 18 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 21,8 Millionen Euro ein Jahresdefizit in Höhe von 3,8 Millionen Euro aus. Damit ist die Ausgleichsrücklage vollständig aufgebraucht. Gleichzeitig steigen die Belastungen weiter, während eigene Konsolidierungsmöglichkeiten kaum noch vorhanden sind. Auch im Finanzplan zeigt sich die angespannte Lage: Den Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit in Höhe von 16,4 Millionen Euro stehen Auszahlungen von 19,7 Millionen Euro gegenüber.
In ihren Haushaltsreden machten die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, UWG, Bündnis 90/Die Grünen und FDP deutlich, dass sie den eingeschlagenen Weg trotz aller Schwierigkeiten mittragen. Einigkeit bestand insbesondere in der Kritik an der steigenden Kreisumlage sowie an der strukturellen Unterfinanzierung der Kommunen. Die finanzielle Schieflage sei nicht hausgemacht, betonten die Redner übereinstimmend. Dennoch müsse sich Herscheid auf spürbare Konsequenzen einstellen. Bereits für das Jahr 2027 wird ein Abrutschen in den Nothaushalt nicht ausgeschlossen.
Trotz der angespannten Rahmenbedingungen setzt der Haushalt 2026 auch wichtige Impulse. So sind in diesem Jahr keine Steuererhöhungen vorgesehen. Zudem plant die Gemeinde weiterhin bedeutende Investitionen in ihre Infrastruktur. Besonders hervorzuheben ist der geplante Neubau des Feuerwehrgerätehauses an der Bahnhofstraße. Mit veranschlagten Baukosten von rund neun Millionen Euro stellt dieses Projekt eine der größten Investitionen der kommenden Jahre dar. Zur Finanzierung der für 2026 vorgesehenen Investitionen sind Kredite in Höhe von 8,25 Millionen Euro eingeplant. Der Höchstbetrag der Kredite zur Liquiditätssicherung beträgt 12 Millionen Euro.
Der Rat ist sich der Tragweite der finanziellen Situation bewusst. Gleichzeitig besteht der gemeinsame Wille, verantwortungsvoll zu handeln, notwendige Entscheidungen zu treffen und die Zukunft der Gemeinde aktiv zu gestalten.