Feuerwehr- und Katastrophenschutz: Investition in die Sicherheit
Der Feuerwehr- und Katastrophenschutzausschuss der Gemeinde trat zu seiner ersten Sitzung zusammen und stellte dabei die Weichen für zentrale Zukunftsfragen des Brand- und Katastrophenschutzes.
Zu Beginn der Sitzung verdeutlichte der Ausschussvorsitzende die Verantwortung der Gemeinde gegenüber den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr. Alexander Zuchowski hob hervor, wie unverzichtbar das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrangehörigen ist, die jederzeit bereitstehen, um Menschen in Not zu helfen. Aufgabe der Politik sei es, dafür zu sorgen, dass diese Einsatzkräfte bestmöglich ausgestattet und vorbereitet sind – von persönlicher Schutzausrüstung über die Jugendfeuerwehr bis hin zu funktionaler Infrastruktur.
Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass alle Entscheidungen unter dem Vorbehalt einer verantwortungsvollen Haushaltsführung stehen. Der geplante Neubau bzw. die geplante Erweiterung und Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Herscheid stellt die größte eigenfinanzierte Investition dar, die die Gemeinde bislang beschlossen hat. Jede zusätzliche Investition bringe langfristige finanzielle Verpflichtungen mit sich, weshalb sorgfältige Abwägungen und Prioritätensetzungen notwendig seien.
Der Ausschuss verständigte sich darauf, seine Arbeit nicht als bremsendes Element zu verstehen, sondern als Gremium, das ermöglichen will – jedoch mit Augenmaß. Ziel sei es, dort zu investieren, wo es für die Sicherheit der Bevölkerung und der Einsatzkräfte zwingend erforderlich ist, ohne dabei die finanzielle Zukunft der Gemeinde aus dem Blick zu verlieren.
Anschließend stellte Michael Holke vom beauftragten Architekturbüro WP Architekten und Ingenieure den aktuellen Planungsstand für den Neubau und die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses vor. Präsentiert wurden das Raum- und Nutzungskonzept, die funktionalen Abläufe für den Einsatzfall sowie die baulichen und energetischen Grundsätze. Dabei wurde deutlich, dass die Planung sowohl den gestiegenen Anforderungen an Feuerwehr und Rettungsdienst als auch den aktuellen gesetzlichen Vorgaben Rechnung trägt.
Schon im Brandschutzbedarfsplan von 2018 wird die Erweiterung des Gerätehauses als unverzichtbar dargestellt. Es sollen genügend Stellplätze (insgesamt 7) für die Einsatzfahrzeuge, eine Waschhalle, ausreichende Lagermöglichkeiten unter anderem durch ein Hochregallager für Schlauchmaterial, Material für den Hochwasserschutz und modernisierte Umkleidemöglichkeiten und angemessene Sanitäranlagen für die Damen und Herren geschaffen werden.
Dazu wird der jetzige Gebäudeteil, in dem sich heute die Einsatzfahrzeuge und Umkleiden der Feuerwehrleute befinden, abgerissen und größer wiederaufgebaut werden. Der mittlere Gebäudeteil (verklinkert mit Satteldach) bleibt stehen, wird aber ebenfalls umgebaut. Dort soll im Katastrophenfall auch die zentrale Anlaufstelle der Bürgerinformation integriert werden. Im rechten Teil, in dem sich jetzt die Rettungswache befindet, finden ebenfalls Umbauarbeiten statt. Die angrenzenden Garagen für die Rettungsfahrzeuge werden zurückgebaut und wieder neu aufgebaut.
Derzeit befinde man sich gemeinsam mit der Verwaltung in der Phase der Vorplanung, die voraussichtlich bis Ende März beziehungsweise Anfang April abgeschlossen werde.
Bei planmäßigem Verlauf könne ab dem Jahr 2026 mit den vorbereitenden Maßnahmen gerechnet werden. Parallel zur Ausführungsplanung sei vorgesehen, Anfang 2027 in die Ausschreibung zu gehen. Die Vergaben könnten sich bis in den Sommer 2027 erstrecken. Der eigentliche Baubeginn werde – abhängig von Genehmigungen und Vergaben – aber für 2027 angestrebt. Für den Erweiterungsbau selbst sei eine Bauzeit von rund zwölf Monaten kalkuliert.
Besonders betont wurde die Notwendigkeit, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr während der gesamten Bauzeit uneingeschränkt sicherzustellen. Der Abriss bestehender Gebäudeteile könne erst erfolgen, wenn neue Funktionsbereiche – insbesondere Umkleiden und Einsatzräume – fertiggestellt seien. Auch die Unterbringung des Rettungsdienstes während der Bauphase müsse noch im Detail abgestimmt werden, da ein paralleler Betrieb im unmittelbaren Abbruchbereich nicht möglich sei.
Ein Punkt von einigen Nachfragen war unter anderem die Ausstattung des Gebäudes für den Katastrophenfall. Vorgesehen ist eine vollständige Notstromversorgung von bis zu 72 Stunden.
Michael Holke geht zum aktuellen Zeitpunkt unter Vorbehalt von einer Kostenschätzung von 9,25 Millionen Euro aus.
Der Ausschuss machte deutlich, dass die Beratungen zum Projekt fortgesetzt werden und weitere Termine notwendig sind, um offene Detailfragen gemeinsam mit Verwaltung, Feuerwehr und Fachplanern zu klären. Ziel bleibt es, eine funktionale, zukunftsfähige und zugleich wirtschaftlich verantwortbare Lösung für den Feuerwehr- und Katastrophenschutz der Gemeinde umzusetzen
Der Ausschuss betonte abschließend die Bedeutung eines leistungsfähigen Feuerwehr- und Katastrophenschutzes angesichts zunehmender Krisen- und Schadenslagen.