"Unser Dorf hat Zukunft" - Elsen von der schönsten Seite

Elf Dörfer und Ortsteile im Märkischen Kreis haben sich in diesem Jahr für den Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" herausgeputzt. Auch Elsen war mit dabei und empfing am Mittwoch die Jury. An drei Tagen war die Bewertungskommission um Kreisheimatpfleger Rolf Klostermann unterwegs, um zu sehen, wie die Dörfer und Ortsteile unter anderem in Bezug auf die Infrastruktur, auf das Gemeinschaftsleben oder die Wohnqualität aufgestellt sind. In Altena fiel schließlich die Entscheidung, nachdem die Kommission zu Gast in Elsen war.

Bürgermeister Uwe Schmalenbach begrüßte die Bewertungskommission des Kreises am Mittwochvormittag mitten in Ortsteil. Um genau zu sein an der alten Linde, die an den ehemaligen Schulhof in Elsen grenzt. Von dort aus begann die kleine Rundreise - eine Stunde hatten die Elsener Zeit, um ihr Dorf so attraktiv wie möglich zu präsentieren.

Edgar Althoff führte die Kommission gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen des Dorfvorstandes durch den Ort, vorbei an einer kleinen Ziegenzucht, mehreren Blühstreifen, einer großen Photovoltaikanlage bis in die "Herfelsche Scheune", wo eine ausführliche Powerpoint-Präsentation auf die neugierigen Jurymitglieder wartete. Diese hatten währenddessen immer wieder die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen, die Edgar Althoff detailliert beantwortete.

Neben der "Herfelschen Scheune", die auch als Veranstaltungsraum gut genutzte werde, sei man stolz auf den historischen Wehrspeicher aus dem Jahr 1732, in dem im oberen Teil ein kleines Bauernmuseum eingerichtet wurde. Der Wehrspeicher diente früher dazu, das gelagerte Korn vor Plünderern zu verteidigen. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Mit aktuell 113 Einwohnern ist Elsen einer der größeren Ortsteile in Herscheid. Besonders hellhörig wurden die Kommissionsmitglieder beim Thema Altersdurchschnitt im Ort - denn gerade für jüngere Menschen scheint die Wohnlage attraktiv zu sein. Besonders in den vergangenen Jahren ist der Schnitt noch einmal deutlich gesenkt worden, da viele Familien mit Kindern hergezogen sind, wie Althoff erklärte. Er hob besonders die funktionierende Dorfgemeinschaft hervor, die vor allem durch die vielen gemeinsamen Aktivitäten gefestigt würde. Das jährlich stattfindende Maifest gehöre genauso mit zum Aktivitäten-Programm wie das Osterfeuer oder das traditionelle Advents- oder Silvestersingen. Letzteres sogar schon seit mehr als 150 Jahren.

Auch musikalisch sei der kleine Ort gut aufgestellt, denn mit einem gemischten Chor und zwei Bands habe man durch Balkonkonzerte auch während des Corona-Lockdowns immer wieder für Leben im Dorf gesorgt, weil die großen Konzerte nicht stattfinden konnten.

Die Elsener können aber nicht nur gemeinsam feiern, sondern packen auch mit an, erklärte Althoff den Anwesenden. Da die Elsener Straße häufig als Umleitungsstrecke für die L561 zwischen Herscheid und Plettenberg genutzt würde, habe man im Ort mit einem hohen Verkehrsaufkommen zu kämpfen. Zur Verkehrsberuhigung hätten die Elsener Bewohner große Blumenkübel aufgestellt und kümmerten sich um die Instandhaltung und Pflege. Auch die örtliche Wasserleitung - ein wichtiger Bestandteil zur Versorgung des Dorfes - wurde 2019 in Eigenleistung saniert.

Für die Zukunft haben sich die Dorfbewohner vorgenommen, die Ortsmitte noch etwas ansprechender zu gestalten. Außerdem soll die Informationspolitik noch ausgeschmückt werden. Neben einer Whatsappgruppe, einer eigenen Homepage und einem Schaukasten an der Dorflinde sei eine Wiederbelebung des "Elsener Kuriers" angedacht.

Am Ende des Tages reichte es zwar nicht für den Gesamtsieg des Wettbewerbs, dennoch konnten sich die Elsener Platz 2 in der Kategorie "unter 500 Einwohner" sichern.

Weitere Infos zum Wettbewerb und alle Platzierungen gibts hier.