Grußwort zum Jahreswechsel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

2019 neigt sich dem Ende entgegen und vielleicht fragen Sie sich wie ich, wo das Jahr geblieben ist, was es gebracht hat und wie es weiter geht.

Beim Rückblick auf dieses Jahr kann ich feststellen, dass uns 2019 eine Reihe erfreulicher Entwicklungen gebracht hat. Wir haben gemeinsam viele Projekte vorangebracht, abgeschlossen und neue begonnen.

Im Mai konnte der 1. Abschnitt der Umgestaltung der Ortsmitte im Bereich Alter Schulplatz und Neuer Weg mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen abgeschlossen werden. Es ist schön zu sehen, dass die Grundideen aus den vorangegangenen Bürgerwerkstätten baulich verwirklicht sind. Die Einweihung erfolgte im Rahmen eines sehr gelungenen Frühjahrsmarktes, der Dank der Initiative des Marketingvereins mit Unterstützung zahlreicher Vereine und Akteure erstmals seit Jahren wieder stattfinden konnte.

Ein zentrales Projekt ist weiterhin das Bildungszentrum am Rahlenberg. Leider machen die Bauarbeiten beim ersten Bauabschnitt nicht die gewünschten schnellen Fortschritte. Umso erfreulicher ist es, dass wir im Juli die Finanzierungszusage auch für den zweiten Bauabschnitt erhalten haben. Da es uns ein großes Anliegen ist, für bessere Lernbedingungen zu sorgen, sieht der 2. Bauabschnitt vor, die Klassenräume zu sanieren und mit moderner Technik auszustatten. Dazu gehört auch die energetische Optimierung der oftmals noch aus den 1960er- und 1970er-Jahren stammenden Gebäudeteile, die heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Auf die seit Jahren zurückgehenden Schülerzahlen hat der Gemeinderat Anfang Dezember mit dem Beschluss über die Zusammenlegung beider Grundschulen zum 1.8.2021 nun auch formal reagiert.

Mit dem im Juli eingeweihten Anbau des DRK Kindergartens stehen zusätzliche Betreuungskapazitäten bereit. Unsere Gemeinde gewinnt dadurch auch weiter an Anziehungskraft für Fachkräfte – denn Familien zieht es dahin, wo eine verlässliche Betreuung des Nachwuchses gesichert ist.

Die Erschließung neuer Bauplätze am Rahlenberg hat alle Erwartungen an die Vermarktung der Grundstücke weit übertroffen. Dies beweist, dass Herscheid ein idealer Standort für junge Familien ist. 

Eine hohe Priorität hat nach wie vor die Sanierung von Straßen, deren Zustand zu Recht beklagt wird. Allerdings ist durch die Bereitstellung zusätzlicher Haushaltsmittel inzwischen auch ein sichtbarer Fortschritt zu verzeichnen. Dank finanzieller Hilfe des Landes kann die Gemeinde nun auch zusätzlich Wirtschaftswege im Außenbereich im Umfang von rund 685.000 Euro sanieren. Kurz vor Weihnachten ging ein Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung über 410.567,86 Euro im Rathaus ein. 2017 hatte die Gemeinde ein Wegenetzkonzept erstellt, das hierfür als Grundlage diente. Die Förderung ist eine große Hilfe bei der Beseitigung des Sanierungsstaus.

Sehr positiv ist auch die nun wieder begonnene Fortsetzung des Landstraßenausbaus am Silberg.

Auf der ehemaligen Bahntrasse konnte in diesem Jahr der 1. Abschnitt eines Radweges Richtung Hüinghausen umgesetzt werden. Für den nächsten Abschnitt bis Birkenhof sind die Landesmittel ebenfalls bereits bewilligt.

Besonders gute Nachrichten gab es im April für unser weit über die Gemeinde hinaus beliebtes Freibad. Unser Sanierungskonzept und der Förderantrag wurden anerkannt. Der Bund fördert die Sanierung unseres Freibades mit insgesamt 2,25 Mio. €. Es ist schön, dass auch dieses lange geplante und von vielen gewünschte Investitionsprojekt somit ab Herbst 2020 umgesetzt werden kann.

Die Gemeinschaftshalle ist der einzige größere Veranstaltungsraum in unserer Gemeinde und sie erfährt daher eine besondere Bedeutung für die Herscheider Bevölkerung, für ortsansässige Vereine und Betriebe. Allerdings ist eine bauliche Modernisierung der Gemeinschaftshalle aus dem Jahr 1958 inzwischen unumgänglich. Wie dies geschehen soll, wurde im Januar mit rund 80 Teilnehmern in einem Bürgerworkshop diskutiert. Zur Finanzierung sind wir jedoch auf Unterstützung angewiesen. Die Gemeinde hat daher einen Förderantrag zum Umbau der Gemeinschaftshalle an das Land gestellt.

Das Seniorenzentrum konnte in diesem Jahr bereits seinen 20. Geburtstag feiern. Einer guten Pflegeversorgung und dem seniorengerechten Wohnen kommt aber eine immer größere Bedeutung zu. Zukünftig werden wir uns daher neben weiteren Seniorenwohnungen auch um die Schaffung ambulant betreuter Wohn- und Tagespflegeplätze bemühen.

Besonderes Augenmerk legen wir in den nächsten Jahren auf die Feuerwehrgerätehäuser. Die Kameradinnen und Kameraden unserer freiwilligen Feuerwehr leisten einen unverzichtbaren und beeindruckenden ehrenamtlichen Dienst für die Rettung und den Schutz der Bevölkerung und des Ortes. Zunächst werden wir mit einem Ersatzbau in Rärin im nächsten Jahr für zeitgemäße räumliche Möglichkeiten sorgen. Das alte Feuerwehrgerätehaus erfüllt die heutigen Mindeststandards nicht. Sozialräume sind nicht vorhanden und die Fahrzeughalle ist für die hochmodernen Fahrzeuge zu klein und zu eng geworden. Gleichzeitig gehen wir die Planungen für Modernisierungen an weiteren Standorten an.

Wichtige Fragen zur Zukunft der Region haben wir in diesem Jahr in einem umfangreichen und komplexen Bürgerbeteiligungsprozess zur Regionale 2025 erarbeitet. Gemeinsam mit den Kommunen Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle wollen wir Projekte in den Handlungsfeldern Raum, Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeit umsetzen. Das erarbeitete Konzept wurde noch vor Weihnachten mit einem 1. Stern ausgezeichnet.

Auch bei der Digitalisierung sind wir ein gutes Stück vorangekommen. Weitere 823 Haushalte können seit dem Sommer vom schnellen Internet profitieren. Im Frühjahr 2020 wird kreisweit auch der geförderte Breitbandausbau in allen Wohngebieten beginnen. 60,45 Millionen Euro wurden dafür in den letzten Wochen von Bund und Land bewilligt. Gleichzeitig arbeiten wir in der Verwaltung daran, Verwaltungsdienstleistungen ab 2020 zusätzlich online anzubieten. 

Derzeit gibt es ein Thema, das uns alle umtreibt und das uns in den nächsten Jahrzehnten intensiv beschäftigen wird: Der Klimawandel. Die Gemeinde verfolgt seit Jahren Umwelt- und Klimaziele. Da Klimaschutz alle Handlungsbereiche der Kommune betrifft, soll im nächsten Jahr unter bürgerschaftlicher Beteiligung ein Gesamtkonzept erstellt werden. Bereits jetzt können über die Homepage der Gemeinde Vorschläge eingereicht werden.

Um die Bedeutung der Gemeinde als Erholungs- und Freizeitstandort herauszustellen, bemühen wir uns 2020 um die staatliche Anerkennung als „Erholungsort“. Weiche Standortfaktoren werden für die Gewinnung von Neubürgern und Fachkräften immer wichtiger.

Ich verspreche mir von einem solchen Prädikat daher positive Effekte für den Ort, nicht nur im Tourismus, sondern auch für Gastronomie, Einzelhandel und Betriebe.

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich weiß es sehr zu schätzen, dass sich in unserer Gemeinde viele Bürgerinnen und Bürger für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl engagieren.

Ich danke daher allen, besonders den ehrenamtlich Engagierten, den Rettungsorganisationen, Vereinen, Kirchengemeinden, Einrichtungen und den vielen „stillen Helfern“ vor Ort für das gute Miteinander und den vielfältigen Einsatz. Bleiben Sie Ihrer Gemeinde gewogen, und helfen Sie weiter aktiv mit, dass sich bei uns alle Einwohner, junge und ältere Menschen, Familien und Alleinstehende, jederzeit geschätzt und gut aufgehoben fühlen dürfen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen einen guten Start in das neue Jahrzehnt, ein gutes neues Jahr 2020, vor allem Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Ihr
Uwe Schmalenbach
Bürgermeister