"Tag der Versöhnung, Verständigung und ein Tag für den Frieden"

Etwa 17 Millionen Menschen verloren durch den Ersten Weltkrieg ihr Leben. Aus der Gemeinde Herscheid starben 112 Soldaten, 13 Kriegsteilnehmer galten außerdem als vermisst. Dieser Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft zu gedenken, galt es am 14. November 2021 im Rahmen des bundesweiten Volkstrauertages, in diesem Jahr am Denkmal an der Lüdenscheider Straße.

Viele Herscheider Bürger waren neben den heimischen Vereinsvertretern, der Feuerwehr und der Soldatenkameradschaft gekommen, um gemeinsam diese Gedenkstunde zu begehen, die durch Bürgermeister Uwe Schmalenbach und Pfarrer Bodo Meier abgehalten wurde. Die Elsen Angels untermalten die Veranstaltung mit ihrem Gesang.

Seit knapp 100 Jahren, konkret seit 1922, wird der Volkstrauertag begangen. Damals wurde der Kriegstoten aus dem Ersten Weltkrieg gedacht. Das gemeinsame Trauern war aus einem Solidaritätsgedanken motiviert, derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit denjenigen, die ihre Ehemänner, Väter und Brüder im Krieg verloren hatten. Während die Nationalsozialisten aus dem Volkstrauertag einen „Heldengedenktag“ machten, wurde er in der Nachkriegszeit, nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland, ab 1950 in seiner ursprünglichen Bedeutung wieder eingeführt.

"Mit zunehmendem Abstand vom Krieg ist es mittlerweile vor allem ein Tag der Trauer", wie Uwe Schmalenbach erklärte. Der Volkstrauertag sei darüber hinaus aber auch ein Tag der Versöhnung, Verständigung und für den Frieden.

Im Rahmen der Gedenkfeier wurde auch ein Gedenkstein des ehemaligen Wehrvereins neu eingeweiht. Das Denkmal hatte vorher seinen Platz am Böllenberg und war mittlerweile mit Moos bewachsen und somit war die Inschrift kaum noch leserlich. Die Gemeinde lies den Stein aufarbeiten und gab ihm nun einen neuen Platz unweit des anderen Kriegerdenkmals an der Lüdenscheider Straße. Somit konnten Bodo Meier und Bürgermeister Uwe Schmalenbach den restaurierten Gedenkstein am Volkstrauertag enthüllen.

Geschichte des Gedenksteins

Uwe Schmalenbach hatte sich die Mühe gemacht, anlässlich der Enweihung die Geschichte des Gedenksteins zu recherchieren und den Anwesenden zur Gedenkstunde zu erzählen:

Nachdem die Kirchengemeinde bereits 1920 auf dem Friedhof ein Denkmal errichtet hatte und auch in der Kirche im Jahr 1927 eine künstlerisch ausgeführte Gedenktafel angebracht worden war und auch fast alle Vereine der Gemeinde zum Andenken an ihre gefallenen Mitglieder Ehrentafeln bzw. Gedenksteine geschaffen hatten, konnte der Wehrverein Herscheid zu seinem 64. Stiftungsfest im Jahr 1931 die Einweihung eines Gedenksteins vornehmen. Diesen Gedenkstein verdankte der Wehrverein der Initiative und der großzügigen finanziellen Unterstützung durch seinen Ehrenvorsitzenden, Amtmann a. D. Paul Steinhaus. Der Gedenkstein wurde am Sonntag, 2. August 1931 an der Westseite des Hallenplatzes vor einer Fichtenkulisse eingeweiht, also dort wo heute die Gemeinschaftshalle steht.

Durch den Bau der 1957 eingeweihten Gemeinschaftshalle wurde der Gedenkstein zunächst neben die Denkmalssäule für die Gefallenen der Deutschen Einigungskriege verlegt. Diese befand sich damals  noch auf der anderen Straßenseite, auf der gemeindlichen Fläche „Auf dem Maibaum“ zwischen Lüdenscheider Straße und Hohle Straße.

Hier hatte der Wehrverein nach dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 und dem Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866 zunächst 3 Eichen zur Erinnerung an die im Krieg gebliebenen Herscheider Friedrich Wilhelm Bauckhage von Stottmert, Gustav Kraft von der Hardt und Wilhelm Mertens von Hüinghausen gepflanzt.

Als dann im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 abermals 3 Herscheider zum Opfer fielen, wurden auch zu ihrer Erinnerung 3 Eichen auf dem Maibaum gepflanzt. Die drei waren Carl Lüttringhaus von der Verse, Joh. Diedr. Cordt aus dem Sohl und Carl Wever von Hüinghausen.

Im Vorstand des Wehrvereins entstand nach den Deutschen Einigungskriegen der Gedanke, den 6 Gefallenen der 3 Kriege ein Denkmal zu errichten. So wurde am 17.08.1873 eine 11 Fuß hohe Denkmalssäule aus Sandstein auf dem Maibaum eingeweiht (Die Grundsteinlegung war am 3.07.1873, dem Gedenktag der Schlacht von Königgrätz). Denkmal und Eichen mussten 1978 dem Straßenausbau weichen.

Das Denkmal wurde vier Jahre später auf der hier neu geschaffenen Grünanlage wieder aufgestellt und am Volkstrauertag 1982 wieder eingeweiht.

Der Gedenkstein des Wehrvereins war bereits am 10. August 1963 erneut umgesetzt worden. Er wurde auf eine neue Gedenkstätte im Hindenburg-Hain am Böllenberg verlegt und um die Zahlen 1939-1945 ergänzt.

Das Gelände war dem Wehrverein bereits vor dem 2. Weltkrieg von Emil Uerpmann geschenkt worden.

 

 

Coronatest: Möglichkeiten in Herscheid

Kostenlose Bürgertestungen werden aktuell vom DRK im Heim Im Uerp in Herscheid durchgeführt. Auch in Hüinghausen gibt es eine Schnellteststation, direkt an der Habbeler Straße.

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