Sparkassen-Fusion: Vorteile für die Gemeinde durch höhere Ausschüttungen und mehr Gewerbesteuereinnahmen

Der Zusammenschluss der Sparkassen Hagen-Herdecke und Lüdenscheid zu einem großen Zweckverband war sicherlich das dominierende Thema bei der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause. Bürgermeister Uwe Schmalenbach erläuterte den Tagesordnungspunkt ausführlich und beantwortete Fragen der Ratsmitglieder, die jedoch keinen Diskussionsbedarf hatten.

Der Verwaltungsrat der Sparkasse Lüdenscheid hatte zuvor in seiner Sitzung im Februar den Vorstand beauftragt, in Sondierungs- und Anbahnungsgespräche mit der Sparkasse Hagen-Herdecke zum
Zwecke eines Zusammenschlusses der beiden Sparkassen zu treten. Es wurde eine Verhandlungskommission gebildet, der von der Gemeinde Herscheid Bürgermeister Schmalenbach angehörte. Die Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Hagen-Herdecke und der Sparkasse
Lüdenscheid haben beratend an den Gesprächen der Verhandlungskommission teilgenommen.
In insgesamt vier Terminen der Verhandlungskommission wurde Einigkeit erzielt. Die Verwaltungsräte beider Sparkassen wurden angehört und haben schließlich den Zusammenschluss empfohlen.

Der bisherige Sparkassenzweckverband der Städte Hagen und Herdecke und der bisherige
Sparkassenzweckverband der Städte Lüdenscheid und Halver sowie der Gemeinden Schalksmühle und Herscheid sollen in der Weise einen neuen Zweckverband bilden, indem ihr Aufgaben- und Mitgliederbestand unmittelbar auf den neuen Zweckverband übergeht. Der neue Zweckverband mit dem Namen „Sparkassenzweckverband der Städte Hagen, Halver, Herdecke und Lüdenscheid sowie der Gemeinden Herscheid und Schalksmühle“, soll mit Wirkung vom 31. August 2022 Träger der Sparkasse Hagen-Herdecke und der Sparkasse Lüdenscheid werden.

Bürgermeister Schmalenbach erklärte in der Ratssitzung: „Fusionen wie diese finden seit Jahren statt. Das liegt unter anderem am Niedrigzinsniveau, das eine erhebliche Herausforderung für die Sparkassen darstellt.“ Auch andere Faktoren spielten laut Schmalenbach ebenfalls eine Rolle, da sich die Anforderungen an die Sparkassen immer weiter verschärfen würden, beispielsweise durch die zunehmende Digitalisierung. Zudem fehlten auf der anderen Sache Fachkräfte für die Bewältigung dieser zusätzlichen Aufgaben.

„Die Sparkasse in Herscheid ist sicherlich aktuell gut aufgestellt. Dennoch ist die Ertragslage rückläufig und ohne eine Fusion würde die Situation schwierig bleiben“, so Schmalenbach. Die Sparkasse Hagen sei aus seiner Sicht ein guter Fusionspartner für die heimische Sparkasse, da Hagen-Herdecke eigenkapitalstark sei und daher eine gute Ergänzung zu unserer Sparkasse darstellen würde, da hier eher die Einlagen überwiegen würden.

Uwe Schmalenbach betonte, dass sich für die Kunden und Mitarbeiter in Herscheid trotz der Fusion nichts verändern werde. Es werde keine betriebsbedingten Kündigungen seitens der Sparkasse geben. Die Geschäftsstelle in Herscheid würde bis mindestens 2028 in der jetzigen Form erhalten bleiben. Diese Vereinbarung habe man zuvor getroffen. „Einen längeren Zeitraum festzulegen war aktuell juristisch nicht möglich“, so der Bürgermeister.

„Für den Kunden wird sich so gesehen nichts ändern. Nicht einmal die Bankleitzahl - das ist heutzutage technisch alles möglich.“, erklärt der Bürgermeister.

Für die Gemeinde Herscheid würden sich durch den Zusammenschluss der Sparkassen finanzielle Vorteile herauskristallisieren, die der Bürgermeister für die Ratsmitglieder erläuterte: Die Gemeinde käme zukünftig in den Genuss einer deutlich höheren Gewerbesteuer seitens der Sparkasse. Statt 30 000 Euro sind zukünftig 50 000 Euro drin. Auch bei den Ausschüttungen gebe es klare Vorteile. In den nächsten Jahren würde sich die Summe zugunsten der Gemeinde diesbezüglich sogar verdoppeln.

Der Zeitpunkt der Fusion sei, wie Schmalenbach erklärte, ebenfalls von Vorteil. „Jetzt können wir uns die Partner noch aussuchen. Das wird sicherlich irgendwann schwierig werden“.

Für die Wahl in den Verwaltungsrat der neuen Sparkasse an Volme und Ruhr wurden empfohlen: Ratsherr Wolfgang Vöpel mit dem Stellvertreter Eberhard Kaufmann.  In die Verbandsversammlung des neuen Zweckverbandes werden als Mitglied Ratsherr Gerhard Haas und als stellvertretendes Mitglied Ratsherr Jörg Falbe entsandt.

Die Ratsmitglieder stimmten einstimmig den entsprechenden Verträgen und Satzungen zu.