Regionalplanung Thema im Bauausschuss: Landwirte in Sorge

Regionalplanung

Die Regionalplanung war unter anderem noch einmal Thema im Planungs- und Bauausschuss, zu dem sich die Ausschussmitglieder am Montag (31. Mai) im Bürgersaal trafen.

Jan Koopmann (Bauamt) erläuterte noch einmal detailliert den Entwurf der Stellungnahme, die die Gemeinde Herscheid nun an die Bezirksregierung richten wird, denn in einigen Punkten stimmen die Vorstellungen der Gemeinde nicht mit dem Planungsentwurf der Bezirksregierung überein.

Zu Beginn des Verfahrens hatte die Gemeinde die Möglichkeit, ihre Wünsche und Visionen vor dem Regionalrat der Bezirksregierung vorzutragen. Dazu waren Bürgermeister Uwe Schmalenbach und Bauamtsleiter Lothar Weber schon Anfang 2020 nach Arnsberg gefahren, um Entwicklungsperspektiven für die Gemeinde Herscheid aufzuzeigen.

Bürgermeister Uwe Schmalenbach bedauerte schon in der vorangegangenen Sitzung des Planungs- und Bauausschusses, dass nicht alle dieser Wünsche im Planungsentwurf der Bezirksregierung berücksichtigt worden seien.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Plettenberg habe man sich in der vergangenen Zeit Gedanken über ein interkommunales Gewerbegebiet gemacht. Das Vorhaben soll ebenfalls in der Stellungnahme der Gemeinde berücksichtigt werden, wie Jan Koopmann erläuterte. Es handelt sich um die Fläche zwischen der heutigen Firma Seissenschmidt (Köbbinghausen) und vor dem Bahnhof der Museumseisenbahn (Hüinghausen) auf Gemeindegebiet. Die Erschließung soll über das Plettenberger Stadtgebiet erfolgen. Dazu gibt es bereits eine Machbarkeitsstudie, welche vom Rat beschlossen worden ist. Planerisch soll bei der Gestaltung der Naturraum geachtet werden; großzügige Grünzüge und ökologische Bauweise (z.B. Gründächer, Solaranlagen und platzsparende Anordnung von Parkraum über oder unter den Betriebsgebäuden) sowie fahrradfreundliche Erreichbarkeit sollen bindend festgesetzt werden.

Der ursprüngliche Wunsch der Gemeinde war es unter anderem, das Gewerbegebiet in Friedlin nach Norden hin zu vergrößern. Im Entwurf wurden aber Flächen östlich des Gewerbegebietes markiert. Unter anderem sieht man die im Entwurf ausgewiesene Fläche deshalb kritisch, da die landwirtschaftliche Nutzung hier langfristig gesichert werden soll. Eine weitere Reduzierung von Flächen für die Landwirtschaft nimmt den letzten Betrieben ihre Bewirtschaftungsgrundlage und bedroht sie in ihrer Existenz. Dadurch würde auch das Bild der Kulturlandschaft, geprägt aus Wald- und Offenlandbereichen, nachhaltig gefährdet.

Besonders das Thema Landwirtschaft wurde in der jetzigen Planungs- und Bauausschusssitzung Ende Mai noch einmal eingehend diskutiert. Ein heimischer Landwirt erläuterte eindringlich seine Bedenken und forderte die Verwaltung dazu auf, die Stellungnahme in diesem Punkt noch einmal deutlich zu überarbeiten. Er kritisierte die Pläne der Bezirksregierung scharf und sprach von einer „Katastrophe für ihn und alle anderen heimischen Landwirte“, sollte die Bezirksregierung den Großteil der im Entwurf eingezeichneten Flächen als sogenannte BSN-Flächen (Naturschutzflächen) ausweisen.

Die Ausschussmitglieder signalisierten dem Landwirt ihre Unterstützung. Jan Koopmann sicherte zu, die Stellungnahme in diesem Punkt noch einmal um wesentliche Punkte zu ergänzen und in der kommenden Ausschusssitzung vorzustellen.

Der Planungs- und Bauausschuss beschloss letztendlich bei einer Gegenstimme, die in der Stellungnahme der Gemeinde Herscheid zum Regionalplanentwurf vorgebrachten Anregungen gegenüber der Regionalplanungsbehörde vorzubringen und um die mit der Stadt Plettenberg abzustimmende Ausführungen zum interkommunalen Herscheid/ Plettenberg zu ergänzen. Außerdem wolle man die Aspekte in Bezug auf die Landwirtschaft noch einmal überarbeiten. Der abschließende Entwurf soll in der nächsten Ausschusssitzung am 21. Juni 2021 beschlossen werden.