Neues aus dem Planungs- und Bauausschuss

Am vergangenen Montag trafen sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses im Herscheider Bürgersaal, um sich im öffentlichen Teil der Sitzung neben den üblichen Tagesordnungspunkten über zwei spannende Themen informieren zu lassen.

Bauplanungen zur Höchstspannungsleitung

Zum ersten Vortrag des Abends waren Mariella Raulf und Thomas Augustin der Firma Amprion zu Gast, um das Bauvorhaben der geplanten Höchstspannungsleitung "BL4319" zu erläutern und die Planungen zu präsentieren. Es geht dabei um einen Neubau des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, der in Zukunft eine Freileitung, zum Transport für Strom von Windparks an der Nordsee nach Süden errichten muss und die unter anderem auch durch die Ebbegemeinde verlaufen wird.

Die bereits bestehende Hochspannungsleitung auf einer Gesamtlänge von 126 Kilometern (7 Kilometer verlaufen durch die Gemeinde) mit zwei Trassen soll komplett erneuert werden. „Grundsätzlich wird der Leitungsneubau weitestgehend innerhalb eines bestehenden Trassenkorridors erfolgen. Hierzu wird die bestehende 220-kV-Freileitung abschnittsweise abgebaut und durch eine neue 380-kV-Freileitung innerhalb des gleichen Leitungsschutzstreifens ersetzt. Abschnittsweise wird die parallel verlaufende 110-kV-Freileitung zurückgebaut und mit auf das Leitungsgestänge der neuen 380-kV-Freileitung gehängt", erklärt Thomas Augustin das Neubauverfahren.

Die De- bzw. Neumontage auf Herscheider Gebiet erstreckt sich auf eine Länge von etwa 7 Kilometern und verläuft - grob erklärt - unterhalb von Wigginghausen, geht über Grünewald, Wiebruch bis nach Friedlin und dann Richtung Oestertalsperre. Die insgesamt 21 Masten müssen in dem Zuge ausgetauscht werden. Um die notwendige Stromversorgung nicht zu unterbrechen, müssen die 220kV-Leitungen bis zur Errichtung der endgültigen Masten auf einer eigens zu errichtenden, provisorischen Trasse geführt werden. Die ersten Arbeiten laufen bereits, indem Forstwege entsprechend geschottert werden, damit die Fahrzeuge entsprechend Baumaterial von der von Amprion beauftragten Firma Powerlines zu den Maststandorten transportieren können. In wenigen Fällen werden Forstwege für die Baumaßnahme ganz neu angelegt, die meisten der Arbeitswege bestehen bereits, die entsprechend für den Bauverkehr nur neu befestigt werden müssen.

Thomas Augustin erklärte im Rahmen der Ausschusssitzung, dass Amprion die Wege, die für die Baumaßnahme neu angelegt werden müssen, nach der Baumaßnahme entsprechend zurückgebaut würden, wenn es nicht zuvor gegenteilige Absprachen mit den jeweiligen Grundstückseigentümern gäbe. In manchen Fällen seien die Eigentümer dankbar für die neuen Forstwege, wie Augustin erklärte.

Außerdem könnte Schotter, der nach Fertigstellung der Baumaßnahme von den zurückgebauten Wegen übrig sei, nach Absprache mit der Baufirma für die Instandhaltung anderen Gemeindewege zu verwendet werden, erklärte der Bauleiter . Augustin versicherte ebenfalls, dass Amprion für alle Schäden, die während des Bauvorhabens an den Wegen entstehen würden, aufkommen werde. Hierzu würde vor, während und nach der Baumaßnahme der Zustand der asphaltierten Wege dokumentiert und durch die Baufirma entsprechend wiederhergestellt.

Die Gesamtbaumaßnahme sei für einen Zeitraum von circa 4 Jahren geplant. Ob es dabei bleibe, könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Das habe unter anderem auch mit der jeweiligen Witterung zu tun. Anfang 2023 rechnet Augustin aber damit, die ersten Provisorien  auf Herscheider Gebiet zu verbauen.

Dorfentwicklungskonzept (DEK) Hüinghausen

Das zweite interessante Thema war an diesem Abend das Dorfentwicklungskonzept Hüinghausen, dessen aktueller Stand durch Helge Jung der Agentur ARGE vorgestellt wurde. Insgesamt hatten die Mitarbeiter der Agentur mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Hüinghausen 15 Projekte in mehreren Veranstaltungen und Arbeitskreistreffen erarbeitet, um deren Umsetzung sich das Büro nun kümmern möchte. Dass die Umsetzung seine Zeit dauern werde - das müsse jedem Einzelnen bewusst sein, erklärte Jung. Er rechne mit mehreren Jahren, bis die ersten Ergebnisse im Ort präsentiert werden könnten.

Weitere Informationen zum Thema DEK finden Sie hier.

Die Favoriten-Projekte

Helge Jung gab einen ausführlichen Überblick über alle Projekte, die im Dorfentwicklungskonzept berücksichtigt werden sollen. Dennoch stellten sich in der letzten Veranstaltung unter Bürgerbeteiligzung einige Favoriten heraus:

1.) Eine belebte Ortsmitte soll geschaffen werden. Ein Treffpunkt für Jung und Alt, an dem Veranstaltungen stattfinden und Gemeinschaft gelebt werden soll. Angedacht ist dafür die Entwicklung des gesamten Bereichs rund um den Dorfladen und Sportplatz zu einem sozialen Zentrum. Die jeweiligen Arbeitsgruppe hatten angedacht, den Kindern- und Jugendlichen ebenfalls dort einen Treffpunkt einzurichten. Außerdem könnte der Dorfladen erweitert werden

2.) Ein zweites Projekt mit vielen Befürworter:innen ist die Erweiterung der Kita. Es wurde in vorherigen Gesprächen schon mehrfach angedacht, eventuell die bestehende Kita der Ev. Kirchengemeinde in das ehemalige Schulgebäude umzusiedeln. Dafür müssten aber weitere Faktoren stimmen. Sowohl die Kita-Leitung als auch viele Hüinghauser wünschen sich eine größere Kita, die dem steigenden Bedarf auch zukünftig gerecht werden könne. Eventuell könne auch eine Musikschule mit integriert werden. Auch in dem Punkt sei eine Nachfrage zu verzeichnen.

3.) Ein Treffpunkt für Jugendliche soll ebenfalls geschaffen werden – auch in diesem Punkt waren sich viele Bürger:innen einig. Angedacht ist hier durch erste Überlegungen der Spielplatz an der Elsener Straße, der dann für kleinere Kinder an anderer Stelle neu aufgezogen werden könnte.

 4.) Aufgrund der Überschwemmungen im letzten Jahr hatte sich die entsprechende Arbeitsgruppe schon intensiv mit den Problemen der natürlichen und baulichen Gegebenheiten beschäftigt und einen Lösungsansatz ausgearbeitet. So wurde der Bau einesHochwasserdamms im oberen Tal der Lingenbecke angeregt, gefolgt von einer Überflutungsfläche oberhalb der Werkstatt Schulte. Man könnte den Bach offenlegen und ihn mit Spielmöglichkeiten und Bänken säumen, sodass im Zuge des Hochwasserschutzes auch eine Naherholungsfläche geschaffen würde.

5.) Zu den möglichen durch LEADER geförderten Projekten zählen noch die Entwicklung einer Dorf-Appsowie der Ausbau von Rad-, Wander- und Freizeitwegen. Ziel ist die themenbezogene Übersicht der vorhandenen und noch zu erschließenden Wegverbindungen.