Löschwassertanks für Rärin und Wigginghausen

Vor einigen Tagen konnte der riesige Löschwassertank vor dem Feuerwehr Gerätehaus-Neubau in Rärin in die Erde gelassen werden. Möglichst noch in diesem Jahr soll auch ein Tank im Ortsteil Wigginghausen "vergraben" werden.

 

Dauerregen und Wind sorgten Ende November bei der Anlieferung dafür, dass der riesige Wassertank mit einem Volumen von 100 000 Litern nur langsam von den Mitarbeitern der Firma Dunkel herabgelassen werden konnte. Der riesige Tank wurde zunächst per Kran vom Lkw angehoben und anschließend um 180 Grad gedreht, damit die Zugangsöffnungen izur Straße hin positioniert werden konnte. Etwas mehr als zwei Stunden dauerte die Prozedur am Räriner Gerätehaus.

Im Mai 2021 wurde ein gleichgroßer Tank auf dem Wanderparkplatz in Wellin "versenkt". Als nächstes soll der Ortsteil Wigginghausen einen Tank bekommen, damit die Löschwasserversorgung im Fall der Fälle gewährleistet ist.

Warum Löschwassertanks?

Herscheider aus den Ortsteilen möchten bauen, bekommen aber keine Genehmigung vom Märkischen Kreis. Schuld daran ist die Gesetzgebung. In den meisten Fällen geht es nicht um Neubauten, sondern es sind häufig auch kleinere Umbau-Maßnahmen. Aber auch dafür ist eine Genehmigung verpflichtend und diese gibt es wiederum erst, wenn genügend Löschwasser im entsprechenden Ortsteil vorhanden ist. Warum? Weil laut der aktuellen Gesetzgebung keine Baugenehmigung mehr erteilt werden darf, wenn nicht eine vorgeschriebene Menge Löschwasser (je nach Häuseranzahl) aus einem entsprechenden Teich oder Tank zur Verfügung steht. Diese Vorschriften gelten für alle baulichen Veränderungen, also auch für einen Umbau.

Das Merkblatt W 405 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW Feb. 2008) klärt detailliert darüber auf, was es zu beachten gilt. So wird vorgeschrieben, dass in einem Ortsteil, in dem sich eine Ansammlung von Häusern befindet, mindestens 96 Kubikmeter Wasser als Löschwasser vorzuweisen sind. Wenn es um ein einzelnes Objekt geht, reichen 30 Kubikmeter aus.

Wer jetzt aber denkt, sein Gartenteich könne im Fall der Fälle herhalten, liegt nicht automatisch richtig. Ein Gartenteich ist nicht gleich ein Löschteich, denn es gibt mehrere Dinge zu beachten, um ihn als Löschteich nutzbar zu machen. „Ob ein privater Gartenteich oder ein Pool in Frage kommt, muss in Einzelfällen geprüft und begutachtet werden“, erklärt Ordnungsamtsleiterin Barbara Sauerland. Das wäre dann aber auch in den meisten Fällen meist nur eine Lösung für die Versorgung eines bestimmten Grundstücks und nicht gleich für den gesamten Ort, erklärt die Ordnungsamtsleiterin. Die Überprüfung liege aber nicht in den Händen der Gemeinde, denn das ist die Aufgabe des Märkischen Kreises.

Die Gemeindeverwaltung ist aktuell dabei, Lösungen für die Ortsteile zu finden und sie – nach und nach – entsprechend mit Löschwasserteichen oder entsprechenden Tanks auszustatten. Bisher gibt es Löschwassertanks in Wellin, Rärin und in den kommenden Wochen soll ebenfalls ein entsprechender Tank in Wigginghausen eingelassen werden.