Klimaschutzpreis 2022: "Brummerbuffet" sahnt ab

Der Klimaschutzpreis 2022 der Westenergie und der Gemeinde Herscheid ist vergeben worden - das "Brummerbuffet" von Julien Eichhoff und Ann-Kathrin Appelbaum konnte sich das diesjährige Preisgeld von 1000 Euro sichern, was die Gewinner mächtig freute. Sie haben nämlich schon viele Ideen, wie sie das Geld sinnvoll investieren können, um damit den Umweltschutz weiterhin zu verbessern.

Ehrenamtliches Engagement ist eine der wichtigsten Säulen des Umweltschutzes. Deshalb starten Westenergie und Partnerkommunen jedes Jahr den Wettbewerb um den Klimaschutzpreis. Gemeinsam bewerten sie die Bewerbungen und zeichnen lokale Projekte aus. Das Allerwichtigste ist: die eingereichten Projekte müssen allen Bürgern einer Kommune zu Gute kommen. Insgesamt wurden seit 1995 schon rund 8.000 Projekte mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnet.

Das  Herscheider Gewinner-Projekt

Hinter dem Begriff Brummerbuffet versteckt sich ein Saatgutautomat, der an der Lüdenscheider Straße aufgestellt wurde. Dort kann man für 50 Cent eine Kapsel ziehen (ähnlich wie bei einem Kaugummiautomaten), die Saatgut enthält, das dann im eigenen Garten gesät werden kann. Die Idee entstand im Winter 2020/21 und wurde im April 2021 verwirklicht.

"Wir wollten mit dem Brummerbuffet vor Ort aktiv werden und mit unseren Aktionen in und um Herscheid die Artenvielfalt und den Artenschutz fördern. Das “Prinzip Brummerbuffet” hilft dabei in zweifacher Hinsicht", erklärt Julien Eichhoff. Durch den den Kauf der Kapseln erwirbt der Unterstützer circa einen QuadratmeteSaatgut für einen Quadratmeter Wildblumenwiese. Hierbei hat der- oder diejenige die Wahl zwischen "Summsebrumm" (Bienen&Hummeln) und "Nachtschwärmer" (Schmetterling&Nachtfalter).

90 Prozent des Erlöses können (abzüglich der Kosten für Saatgut und neuen Kapseln) in ein weiteres Projekt vor Ort in Herscheid fließen. 2021 konnten 40 Nistkästen erworben und mit Infomaterial des NABU für einen Eigenanteil an die Herscheider Bürger verteilt werden. In diesem Jahr sollen Wildgehölze an die Bürger:innen ausgeteilt werden, wie Eichhoff und Appelbaum im Rahmen der Preisverleihung im Rathaus verrieten.

Bürgermeister Uwe Schmalenbach und Klimaschutzmanager Simon Mai waren voll des Lobes für Eichhoff und Appelbaum. Gerade in einer Zeit mit einer Vielzahl von Krisen dürfe der Klimaschutz nicht in den Hintergrund rücken, betonte der Herscheider Bürgermeister. Das Thema sie nach wie vor "eine der größten Herausforderungen unserer Zeit" und gerade deshalb sei es sehr löblich, wenn einzelne Bürger:innen durch ihre Ideen einen wertvollen Beitrag dazu leisten würden. Genau deshalb freue er sich, mit dem Klimaschutzpreis dieses ehrenamtliche Engagement besonders belohnen zu können und bedankte sich herzlich für die Bewerbung.

Simon Mai hob ebenfalls den Aspekt hervor, dass das "Brummerbuffet"ebenfalls zur Bildung beitragen würde. "Gerade für Kinder ist es ja schön zu sehen, wie aus der Aussaat später eine Pflanze wird, die dann wiederum von den Insekten besucht wird. Somit können schon die Kleinsten lernen, wie die Natur und die Umwelt funktionieren und werden schon früh an das Thema Umweltschutz herangeführt", so der Klimaschutzmanager. Er appellierte noch einmal an alle Bürgerinnen und Bürger, sich mit ihren Projekten im kommenden Jahr zu bewerben. Jeder noch so kleine Beitrag sei ein Schritt in die richtige Richtung. Mai bedauerte, dass in diesem Jahr die Resonanz bezüglich des Klimaschutzpreises nicht so gut gewesen sei. Er sei aber sehr optimistisch, im kommenden Jahr wieder tolle Projekte kennenlernen zu dürfen und freue sich dafür umso mehr über den diesjährigen sehr guten Beitrag.

Wie geht es weiter mit dem "Brummerbuffet"?

Das "Brummerbuffet" möchte expandieren, wie die Gewinner verraten. Mögliche Standorte für weitere Automaten sind der Dorfladen in Hüinghausen und die Nordhelle. Ein mobiler Automat soll ab März 2023 in Hervel stehen und kann danach auf Veranstaltungen wie z.B. Frühjahrsmärkten, Vereinsmessen, Waffelfesten, usw. zum Einsatz kommen.