Hüinghausen: Dorf mit Zukunft

"Hüinghausen: Dorf mit Zukunft" - unter diesem Motto soll das Projekt Dorfentwicklungskonzept nun final stehen. Dafür sprach sich die Mehrzahl der etwa 30 Bürgerinnen und Bürger aus, die am Donnerstagabend zur vorerst letzten Bürgerbeteiligung in die Rammberghalle gekommen waren.

Bürgermeister Schmalenbach betonte bereits in seiner Begrüßungsrede, wie wichtig die Meinung der Menschen vor Ort für den Entwicklungsprozess sei. Die Verwaltung könne viel planen. Diese Planungen seien aber letztendlich nur wirklich durchdacht und würden zu einem zufriedenstellenden Ergebnis für alle Beteiligten führen, wenn die Expertise der Anwohner:innen mit einfließen würde. Er bedankte sich für das Engagement der Mitwirkenden, die seit Mai in den einzelnen Workshops mitgearbeitet hätten. „Wir haben bereits eine gute Grundlage schaffen können. Jetzt ist es wichtig, weiterhin Menschen zu finden, die sich für das Dorf engagieren, damit die Projekte auch umgesetzt werden können“, appellierte der Bürgermeister.

Die Ergebnisse aus den vergangenen sechs Monaten

An diesem Abend stellte das Planungsbüro ARGE unter der Leitung von Helge Jung die Ergebnisse vor. In mehreren Veranstaltungen seien gemeinsam mit Bürger:innen aus Hüinghausen 15 Projekte erarbeitet worden, die im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes umgesetzt werden könnten. „Das geht natürlich nicht alles auf einmal“, erklärte Jung. Es ginge nun erst einmal darum, zu planen und zu schauen, was wo möglich wäre und welche der Projekte favorisiert würden.

LEADER-Förderperiode

Als Teil der LEADER-Region „Oben an der Volme“ kann die Gemeinde Fördermittel des LEADER-Programms beantragen, ein Förderprogramm der EU sowie des Landes NRW für den ländlichen Raum. 2,3 Millionen Euro stehen insgesamt für die Periode 2023 bis 2029 zur Verteilung an die fünf Oben-an-der-Volme-Kommunen bereit. Regionalmanagerin Friederike Bönnen war ebenfalls vor Ort und stellte das Förderprogramm im Schnelldurchlauf vor, da den meisten Anwesenden die Daten und Fakten bereits vertraut waren .

 

Projektpräsentation

 

Bei der anschließenden Präsentation kamen auch diejenigen Bürger:innen - sofern anwesend – zu Wort, die in den Arbeitsgruppen mitgewirkt hatten. So hatte sich eine engagierte Bürgerin viele Gedanken zum Wanderwegenetz gemacht, ein Berufskraftfahrer ging auf Problematiken für Lkw-Fahrer:innen an der Habbeler Straße ein und ein Elsener Bürger hatte sich ausgiebig mit dem Hochwasserschutz beschäftigt. Nach der Projektvorstellung hatten alle Anwesenden die Möglichkeit, ihre Stimmen – eine für ein bestimmtes Projekt und eine für das Motto – abzugeben.

Die Favoriten

Ein Projekt war den Bürger:innen laut Abstimmung besonders wichtig und erhielt die meisten Punkte: Eine belebte Ortsmitte soll geschaffen werden. Ein Treffpunkt für Jung und Alt, an dem Veranstaltungen stattfinden und Gemeinschaft gelebt werden soll. Angedacht ist dafür die Entwicklung des gesamten Bereichs rund um den Dorfladen und Sportplatz

zu einem sozialen Zentrum. Die jeweiligen Arbeitsgruppe hatten angedacht, den Kindern- und Jugendlichen ebenfalls dort einen Treffpunkt einzurichten. Außerdem könnte der Dorfladen erweitert werden

Ein zweites Projekt mit vielen Stimmen war die Erweiterung der Kita. Es wurde in vorherigen Gesprächen schon mehrfach angedacht, eventuell die bestehende Kita der Ev. Kirchengemeinde in das ehemalige Schulgebäude umzusiedeln. Dafür müssten aber weitere Faktoren stimmen. Sowohl die Kita-Leitung als auch viele Hüinghauser wünschen sich eine größere Kita, die dem steigenden Bedarf auch zukünftig gerecht werden könne. Eventuell könne auch eine Musikschule mit integriert werden. Auch in dem Punkt sei eine Nachfrage zu verzeichnen.

Ein Treffpunkt für Jugendliche soll ebenfalls geschaffen werden – auch in diesem Punkt waren sich viele Bürger:innen einig. Angedacht ist hier durch erste Überlegungen der Spielplatz an der Elsener Straße, der dann für kleinere Kinder an anderer Stelle neu aufgezogen werden könnte.

 Aufgrund der Überschwemmungen im letzten Jahr hatte sich die entsprechende Arbeitsgruppe schon intensiv mit den Problemen der natürlichen und baulichen Gegebenheiten beschäftigt und einen Lösungsansatz ausgearbeitet. Dietrich Herfel trug die Überlegungen detailliert vor. So wurde ein Hochwasserdammim oberen Tal der Lingenbecke angeregt, gefolgt von einer Überflutungsfläche oberhalb der Werkstatt Schulte. Man könnte den Bach offenlegen und ihn mit Spielmöglichkeiten und Bänken säumen, sodass im Zuge des Hochwasserschutzes auch eine Naherholungsfläche geschaffen würde.

Zu den möglichen durch LEADER geförderten Projekten zählen noch die Entwicklung einer Dorf-Appsowie der Ausbau von Rad-, Wander- und Freizeitwegen. Ziel ist die themenbezogene Übersicht der vorhandenen und noch zu erschließenden Wegverbindungen.

Wie geht es weiter?

Der nächste Schritt ist nun die Ausarbeitung der Konzepte durch das Büro ARGE. Diese werden im Anschluss dem Bauausschuss vorgestellt. Auf Grundlage des politisch zu beschließenden Konzepts können dann entsprechende Förderanträge zur Umsetzung einzelner Projekte gestellt werden. Bis dahin könne man jedoch die Zeit schon für kleinere Projekte nutzen. Bürgermeister Uwe Schmalenbach warb zum Schluss erneut um das Engagement der Anwohner:innen, die mit ihrer Expertise sehr wichtig für den Entwicklungsprozess seien.