Das historische Bahnhofsgebäude als "letzter Zeuge" des Bahnbetriebes zwischen Plettenberg und Herscheid

In unserer Gemeinde gibt es einige bedeutende Denkmäler. Eines davon ist das historische Bahnhofsgebäude in Hüinghausen - ein Baudenkmal mit ganz besonderem Charme. In der heimischen Presse wurde das Denkmal als "letzter Zeuge des Bahnbetriebes zwischen Plettenberg und Herscheid" bezeichnet. Um dieses Gebäude vorzustellen, haben wir Wolf Dietrich Groote in die Recherche mit einbezogen. Er ist Gründungsmitgliedes des Vereins Märkische Museumseisenbahn und kennt das Bahnhofsgelände sehr gut.

Foto: Groote

Schon von Weitem sieht man den weißen Dampf am Waldrand aufsteigen. Auf den ersten Blick könnte man einen Brand vermuten, für die meisten Plettenberger und Herscheider Bürger wird aber schon beim ersten Hingucken klar: Es ist wieder Fahrtag bei der Märkischen Museumseisenbahn.

Die alte Dampflok Bieberlies ist eine beliebte Sehenswürdigkeit in der Ebbegemeinde. Die Fahrten mit der historischen Bahn aus den 1920er Jahren finden in regelmäßigen Abständen statt und sin meistens verbunden mit einem gemütlichen Event rund um das Bahnhofsgebäude in Hüinghausen. Ob Blaulichttag oder Oldtimertreffen – die Fahrtage locken regelmäßig viele Besuchen an und sind sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Eisenbahnfreunden beliebt.

Was viele aber noch nicht wissen: Das historische Bahnhofsgebäude Hüinghausen findet sich in der Denkmalliste der Gemeinde Herscheid wieder. Es ist ein waschechtes Baudenkmal. Ein Gründungsmitglied des Vereins ist Wolf Dietrich Groote, der Jahrzehnte im Vorstand der MME aktiv war. Er hat uns bei der Recherche zum historischen Denkmal etwas geholfen und folgenden Text für uns zusammengefasst:

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Hüinghausen an der stillgelegten Bahnlinie Plettenberg-Herscheid dürfte in den Jahren 1913/14 von der KPEV (Königliche Preußischen Eisenbahn-Verwaltung) errichtet worden sein, denn zur Betriebseröffnung am 8. Juli 1915 war es fertiggestellt vorhanden.

Vom Grundtypus, mit seinem ursprünglich mit Schiefer gedeckten Krüppelwalmdach her, entspricht das Gebäude den in dieser Zeit an verschiedenen Nebenbahnen im Sauerland gebauten Bahnhofsgebäuden. Wie aus den überlieferten Bauplänen zu entnehmen ist, enthielt es einen Dienstraum, im dem auch ein kleines Stellwerk für die Bedienung der Einfahrt- und Ausfahrtsignale vorhanden war, einen Warteraum für die Reisenden und einen angebauten Güterschuppen mit den zugehörigen Laderampen.

Im Obergeschoss befand sich die Dienstwohnung des Bahnhofsvorstehers. Als weiteres Gebäude hatte es ein separat stehendes kleines Abortgebäude gegeben, das aber bald nach der 1965 erfolgten Einstellung des Personenverkehrs abgebrochen worden sein muss. Das Erdgeschoss selbst diente danach einen kleinen metallverarbeitenden Betrieb als Betriebsstätte, bevor es am 4.10.1984 durch den Verein Märkische Museums-Eisenbahn von der damalige Bundesbahn erworben worden war. Bereits einen Tag später, am 5. Oktober 1984 stellte der Verein einen Antrag auf Unterschutzstellung beim Amt für Denkmalpflege. Am 28. Januar 1985 konnte das Gebäude schließlich in die Denkmalliste aufgenommen werden.

In den Folgejahren wurde es restauriert, wobei nach Auskunft des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege die vorgefundenen Farbreste der ursprünglichen Farbfassung des Gebäudes entsprochen haben, so dass der Bahnhof in diesen Farben neu angestrichen wurde. Dabei war an der Rückseite auf dem Putz auch der Abdruck eines preußischen Briefkastens gefunden worden. Leider wurde in dieser Zeit das an der Außenwand befindliche gusseiserne Handwaschbecken gestohlen und konnte bisher auch noch nicht wiederbeschafft werden, weiß Wolf Dietrich Groote.

Ein Ausflug zum Bahnhof Hüinghausen ist in jedem Fall - nicht nur zu den Fahrtagen der MME - empfehlenswert.

Alle Infos über den Verein finden Sie hier.

 

Coronatest: Möglichkeiten in Herscheid

Kostenlose Bürgertestungen werden aktuell vom DRK im Heim Im Uerp in Herscheid durchgeführt. Auch in Hüinghausen gibt es eine Schnellteststation, direkt an der Habbeler Straße.

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