Baumaßnahme Bildungszentrum zentrales Thema im Schul- und Kulturausschuss

Baumaßnahme Bildungszentrum

Am Montag trafen sich die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses nicht – wie üblich – im Bürgersaal des Rathauses, sondern vor dem Bildungszentrum Rahlenberg. Bei einer gemeinsamen Besichtigung des Außengeländes gaben Bürgermeister Uwe Schmalenbach und Fachbereichsleiterin Sabine Plate-Ernst einen Überblick über die Planungen zur Umgestaltung des Außengeländes, bevor es in die neue Aula zur eigentlichen Sitzung ging.

Planungen zum Außenbereich

Das ehemalige Grundschulgebäude soll größtenteils zurückgebaut werden. Auf dieser Fläche ist somit die Entstehung eines großzügigen Spielgeländes möglich, das auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Auch der Außenbereich der Baumaßnahme soll zum Titel Naturparkschule passen und neben den Spielgeräten klimaschutzgerecht und naturnah gestaltet werden.

In die Planungen der Bauherren wurden auch Grundschulkinder mit einbezogen, was Ausschussvorsitzender Gerhard Haas sehr lobte. Außerdem erfolgte eine Kinderbeteiligung im Rahmen des diesjährigen Ferienspaßes. „Als Priorität Nummer Eins haben sich die Kinder eine Seilbahn gewünscht“, verriet Sabine Plate-Ernst die Vorstellungen der Kinder. Außerdem stünden Klettermöglichkeiten hoch im Kurs.

Der Teil des Grundschul-Altbaus, in dem sich aktuell die Hausmeisterwohnung befindet und der einen Durchgang zum jetzigen Bildungskomplex (VHS/Schule) bietet, soll erhalten bleiben. Unmittelbar an diesen Gebäudeteil wird zukünftig der neue Spielplatzbereich angrenzen. Die Planungen sehen dafür eine Waldbühne mit drei Ebenen vor, eine Seilbahn, Schaukeln und diverse Klettermöglichkeiten und Sitzbänke.

Außerdem sollen Klimabäume angepflanzt werden, die den Kindern im Sommer Schatten spenden. Für das Flachdach (Durchgang zum Bildungskomplex), ist eine klimafreundliche Dachbegrünung vorstellbar. Ein Bienenhotel könnte das naturnahe Angebot abrunden.

Die Pausenhöfe neben und unterhalb der neuen Grundschule sollen durch einen Zaun vom öffentlichen Spielplatz im unteren Bereich des Gesamtgeländes abgegrenzt werden.

Der alte Spielplatz vor dem ehemaligen Grundschulgebäude wird zu Parkplätzen umgewandelt. Der Kletterturm soll auf den neuen Schulhof umgesiedelt werden, ebenso wie Rutsche und die Kletterstangen, die bereits versetzt wurden.

Die Schulkinder sollen die Möglichkeit bekommen, unter Aufsicht den öffentlichen Spielplatz mit Seilbahn und Co. zeitweise nutzen zu können.

Das Multifunktionsfeld zwischen Bildungszentrum und Sportplatz soll nicht verändert werden. Dieser Bereich bleibt öffentlich zugänglich.

Der alte Spielplatz vor dem ehemaligen Grundschulgebäude wird zu Parkplätzen umgewandelt. Der Kletterturm soll auf den neuen Schulhof umgesiedelt werden, ebenso wie Rutsche und die Kletterstangen, die bereits versetzt wurden.

Der aktuelle Gemeindespielplatz an der Bergstraße soll nach dem Rückbau der ehemaligen Grundschule ebenfalls auf dem großen Gelände untergebracht werden. Eventuell könnten dort Wohngebäude entstehen.

Bauliche Ergebnisse im Innenbereich

Beim anschließenden Rundgang durch die neue Grundschule und Mensa wurden unter anderem noch einmal die baulichen Mängel in Augenschein genommen. Vor allem das Verlegen des Fußbodens sei nicht optimal gelaufen, wie Bürgermeister Uwe Schmalenbach bedauerte. Das Ärgerliche: Aktuell sei es aufgrund der Pandemielage nicht einfach, Handwerker zu finden, die die Mängel zeitnah ausbessern könnten. Glücklicherweise müssten aber keine nachträglichen Arbeiten stattfinden, die etwa den laufenden Schulbetrieb behindern würden.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich trotz der kleineren Schönheitsmängel sichtlich erfreut über das tolle Ergebnis der Baumaßnahme. Die neue Grundschule ist wahrlich ein Vorzeigeobjekt. Die freundlichen und hellen Klassenräume mit modernster Technik stießen sichtbar auf Gegenliebe. In dieser Woche wurden noch die letzten älteren Tische und Stühle gegen neue Möbel ausgetauscht. Ein Mitglied des Ausschusses warf die Idee in den Raum, die alten Möbel ins Ausland zu spenden. Darüber werde man sich nun Gedanken machen, wie später in der anschließenden Sitzung festgelegt wurde.

Baukosten und Fördermittel

Hinsichtlich der Baukosten für die Sanierung der ehemaligen Hauptschule (Bauabschnitt 2), hatte Bürgermeister Uwe Schmalenbach gute Nachrichten zu verkünden: Mit erwarteten 3,6 Millionen Euro bliebe man leicht unter den zuvor kalkulierten 3,8 Millionen zurück. Bisher seien 3,1 Millionen Euro bereits ausgegeben worden.

Wann mit dem Umbau des Außengeländes (Bauabschnitt 3) begonnen werden könne und wie viel Geld die Gemeinde letztendlich dafür in die Hand nehmen müsse, hinge auch davon ab, wie hoch die Summe aus der Städtebauförderung ausfiel, erklärte der Bürgermeister anschließend. Beantragt wurden die Fördermittel von 755 000 Euro bereits form- und fristgerecht. Ob und mit wie viel Geld die Gemeinde letztendlich rechnen kann, stehe laut Schmalenbach jedoch vermutlich erst im kommenden Frühjahr fest, wenn die Vergabe stattfindet.

Entwicklung der Schülerzahlen

Zu den Entwicklungen der Schülerzahlen zeigte sich Fachbereichsleiterin Sabine Plate-Ernst zufrieden. Sie sprach von durchweg „leichten Schwankungen“ in den vergangenen Jahren. So habe man für das kommende Schuljahr 2022/2023 insgesamt 60 Anmeldungen. Das sei eine vergleichsweise hohe Zahl und man könne somit drei Erste Klassen bilden.

Die Prognose für die Zukunft verspreche keine gravierenden Schwankungen bis 2026/2027. Für jene Jahre erwarte man einen leichten Rückgang mit insgesamt noch 205 Schülern. „Das wäre immer noch eine gute Zahl für unsere Schule“, erklärte Plate-Ernst, dass die Schule für eine Zweizügigkeit ausgelegt sei.

Offene Ganztagsgrundschule

In den Jahren 2020/2021 ist die Anzahl der zu betreuenden OGS-Schüler von 81 auf 62 gesunken. Die Gründe dafür seien der Coronapandemie geschuldet, wie Plate-Ernst erklärte. Eine „absolut nachvollziehbare“ Entwicklung, wie die Fachbereichsleiterin findet.

Anschaffungen aus Digitalpakt

Glücklicherweise konnte die Gemeindeverwaltung mithilfe diverser Fördermittel aus dem sogenannten Digitalpakt unter anderem technischen Endgeräten für Lehrer und Schüler anschaffen. Insgesamt wurde die Gemeinde mit 11 000 Euro begünstigt, wovon 22 Laptops für Lehrkräfte gekauft wurden. Durch einen Zuschuss von 12 200 Euro konnten insgesamt 27 Kinder aus sozial schwachen Familien mit IPads versorgt werden.

In allen neun Klassenräumen gibt es zudem jeweils ein sogenanntes Touch Display, das digitalen Unterricht ermöglicht. Auch diese wurden zum größten Teil über den Digitalpakt finanziert. Sollte einmal der Strom ausfallen, gibt es zusätzlich noch Magnetwände in den Unterrichtsräumen. „Unser Lehrpersonal ist in solch einem Fall selbstverständlich in der Lage, auch mit Stiften und Heft zu arbeiten“, erklärt Schulleiterin Heike Zilinski. Es sei keiner aufgeschmissen, falls die Technik mal versagte.

Außerdem wurden ein notwendiger Server und flächendeckendes Wlan im Bildungszentrum eingerichtet. Eine Medienecke für Schülerinnen und Schüler ist noch in Planung.

Insgesamt 67 900 Euro aus einem weiteren Förderprogramm erhielt die Gemeinde für die Ausstattung der Mensa und für den OGS-Bereich. Davon konnte beispielsweise die Spülküche ausgestattet werden. Ein Wasserspender wurde in der Mensa aufgestellt und besondere Tische mit integrierten Stühlen wurden für den OGS-Bereich angeschafft.

Über das Thema MDM (Mobile Device Management) wolle man sich in Zukunft Gedanken machen, wie Sabine-Ernst erklärte. Dabei handelt es sich um die zentralisierte Verwaltung der digitalen Endgeräte. Somit könnten beispielsweise ein oder mehrere Administratoren Zugriff auf die unterschiedlichen Geräte der Schüler erhalten.

Kulturbericht und Planung für 2022

Für den Bereich Schule wurde im vergangenen Jahr viel Geld ausgegeben – das Gegenteil hatte Kulturbeauftragter Frank Holthaus zu berichten. Er habe lediglich neue Hussen für Stehtische im Rathaus angeschafft, ansonsten habe es sehr düster ausgesehen, was den Bereich „Kultur“ im Jahr 2020/ 2021 anbelangt. Coronabedingt mussten alle geplanten Veranstaltungen abgesagt werden.

Das Veranstaltungsprogramm für Ende 2021/ 2022 lässt allerdings hoffen: Insgesamt drei Mal verschoben wurde der Auftritt des Comedians Bernhard Hoecker, der jetzt endlich am 12. November in der neuen Aula stattfinden kann, worüber sich Holthaus sehr freue.

Für das kommende Jahr plane er in Herscheid beliebte und bekannten Events, wie das Open-Air-Kino, einem Rudelsingen, Konzerten mit Herscheid Sounds, Route 45, Rainer Hänsch oder den Elsen Angels.

Auch für die kleinen Herscheider soll etwas geboten werden: Das Saxophon-Quartett „Pindakaas“ möchte nicht nur die älteren Zuschauer unterhalten, sondern auch für Kinder etwas bieten. Angedacht ist eine Kombiveranstaltung, wie Holthaus erklärte. Aber auch ein Theaterstück von den „Complitzen“ sei für die jüngere Bürgerschaft in Planung, sowie ein vielversprechendes Kinderprogramm zum Naturpark-Tag auf der Nordhelle, der am 27. August stattfinden soll.

Für die anderen Events seien die Daten noch nicht final festgelegt, man müsse die Entwicklungen der Pandemie abwarten, wie Holthaus erklärte.

VHS-Bericht

Volker Lübke von der VHS Volmetal konnte überraschenderweise eine positive Entwicklung aus dem vergangenen Geschäftsjahr berichten. Woanders habe man aufgrund der Pandemie deutlich weniger Einnahmen generieren können.  Bei der VHS Volmetal sei man verhältnismäßig gut durch die Corona-Monate gekommen. Viele Kurse hätten online nach wie vor durchgeführt werden können und auch die Teilnehmeranzahl sei positiv zu bewerten. Aktuell würden wieder einige Kurse - unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen - in Präsenz stattfinden können, was sehr erfreulich sei. Besonders gefragt sind laut Lübke nach wie vor Gesundheits- und Sportkurse, aber auch andere Angebote, wie Sprachkurse oder Bildervorträge, seien gefragt.

Der Umzug ins Bildungszentrum Rahlenberg war ein voller Erfolg für die VHS, wie Lüke erklärte. Zur Eröffnung habe er „so viele Programme an den Mann gebracht, wie nie zuvor!“, freute sich der Standortleiter über den Zuspruch. Er bedankte sich abschließend für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung.

 

Coronatest: Möglichkeiten in Herscheid

Kostenlose Bürgertestungen werden aktuell vom DRK im Heim Im Uerp in Herscheid durchgeführt. Auch in Hüinghausen gibt es eine Schnellteststation, direkt an der Habbeler Straße.

Aktuelle Informationen zur Coronapandemie