Alfrin wird ans öffentliche Wassernetz angeschlossen

Auch wenn der Sommer 2020 nicht ganz so extrem heiß war, wie der im vergangenen Jahr, hat die Natur auch im Herscheider Gemeindegebiet mit der anhaltenden Trockenheit zu kämpfen. Die kurzen Regenschauer der vergangenen Tage reichen bei Weitem nicht aus, um Wälder, Wiesen und Felder mit ausreichend Wasser zu versorgen oder die Brunnen und Talsperren aufzufüllen, damit die Trinkwasserversorgung über einen längeren Zeitraum gewährleistet bleibt.

Andreas Voit (hinten) und Andreas Klocke besprechen die Maßnahme.

Letzteres ist vor einigen Wochen zu einem großen Problem für die Bewohner des Ortsteils Alfrin geworden, die nämlich auf im wahrsten Sinne des Wortes „auf dem Trockenen“ saßen. Der Wasserstand im Brunnen, der die vier Haushalte üblicherweise mit Trinkwasser versorgt, war plötzlich so niedrig, dass die Anwohner Mühe hatten, ihren täglichen Bedarf zu decken. Verzweifelt meldeten sie sich daraufhin mit der dringenden Bitte, ans öffentliche Wassernetz angeschlossen zu werden. Andreas Voit vom Stadtentwässerungsbetrieb Lüdenscheid Herscheid setzte umgehend alle Hebel in Bewegung, um eine entsprechende Lösung zu finden. Er holte Andreas Klocke vom Wasserversorger „Enervie“ mit ins Boot, der die Möglichkeiten prüfte und vor einigen Tagen offiziell verkünden konnte, dass die Alfriner noch in diesem Jahr an das öffentliche Wassernetz angeschlossen werden sollen.

 „Wir werden eine Trasse von etwa 750 Metern Länge von Rärin nach Alfrin bauen. Wir gehen dabei über Forstwege und teilweise über Privatgrundstücke“, erklärt Klocke. Insgesamt soll die Wasserleitung dann in einer Tiefe von einem Meter unter der Oberfläche mittels dem sogenannten Pflugverfahren verlegt werden. „Das ist wesentlich günstiger als andere Verfahren und die Verlegung wird nur ungefähr einen Arbeitstag in Anspruch nehmen“, erklärt Andreas Klocke.

Bei der Neuverlegung von Leitungen mit einer gezogenen Pflugeinrichtung wird mit einem Verlegepflug und einer auf einem Lkw oder Raupenfahrzeug installierten Seilwinde gearbeitet. Für den Einbau der Leitung wird der Pflug von der auf dem Zugfahrzeug befestigten Winde an dem Zugseil über die Trasse gezogen. Die Leitung endet in einem oberirdischen Übergabeschrank im Ortsteil Alfrin. An diesen Schrank können schließlich die vier Haushalte angeschlossen werden.

Insgesamt rechnet der Technische Leiter der Baumaßnahme mit einer Gesamtbauzeit von etwa drei Wochen, da nicht nur die Leitung verlegt werden muss. Es stünden nach der Verlegung noch einige Arbeiten wie die Desinfizierung der Leitung und die Abnahme der Baumaßnahme an, erklärt Klocke dazu. Ziel sei es aber, bei einem angepeilten Baustartdatum von Mitte November noch in diesem Jahr fertig zu werden.